Soziales, Hunde

Ungerechte Hundeabgabe

Höhere Hundeabgabe ohne Sachkundenachweis: Es gibt Ungerechtigkeiten

Der Rote Faden

Knalleffekt für Hundehalter

 

Dieser Tage flatterte den Feldkirchern mit Hund ein Informationsschreiben der Stadt ins Haus. Es geht um die Hundeabgabe, die ab 01.01.2021 zu bezahlen ist.
Nach einer völlig verkorksten Hundeverordnung 2016 wurde am 03.07 2018 von allen Parteien einstimmig die aktuelle Hundeverordnung beschlossen. Mit “Hunde-Führerschein” gibt es Erleichterungen, in manchen Gegenden darf der Hund frei laufen. Folgerichtig sieht auch die Hundeabgabeverordnung Vergünstigungen für ausgebildete Hundebesitzer vor. 

Der Maßstab allen Handelns soll die mögliche Gefährlichkeit von Hunden bzw. ihren Besitzern sein. Die Stadtpolizei muss nicht im menschenleeren Gebiet einschreiten. 

Wer sich einen neuen Hund zulegt, kennt (?) die Bedingungen in Feldkirch, der Besuch einer Hundeschule mit dem Vierbeiner ist zumutbar. Was aber ist mit Hunden, die seit Jahren ohne Vorfälle gehalten werden und folgen? Sollen Senioren und andere mit sehr erwachsenen Tieren auch noch in eine Hundeschule gehen? Für Klein- und Kleinsthunde macht die Regelung ohnehin kaum Sinn. Alle 2 Jahre „Auffrischungskurs“? Hier wird die SPÖ in der letzten Stadtvertretungssitzung vor der Wahl Verbesserungen einfordern.  

Das Jahr hat gerade erst begonnen und es ist noch Zeit, die Hundeabgabe ab 2021 sinnvoll und praxistauglich zu machen. 

 

 

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2 Antworten zu “Ungerechte Hundeabgabe”

  1. Feier Maximilian Josef sagt:

    Dieses Thema beschäftigt mich seit längerem sehr. Ich bin Halter einer kleinen Hündin (unter 4kg, etwas kleiner als so manche Katze).
    Vom Wesen her ist sie das Gegenteil von dominant (wartet, bis wir vor ihr durch die Türe gehen…). Fremden gegenüber ist sie manchmal ängstlich und hat nie Probleme mit anderen Hunden (auch nicht mit 40 kg „Riesen“).
    Immer wenn irgendetwas mit einem Hund passiert, kommt der Aufschrei nach einem generellen Hundeführerschein für alle Hunde, egal welche Größe oder Rasse. Die Verordnung der Stadt Feldkirch ist da nicht anders.

    Redet man von der KFZ-Steuer oder der KFZ-Versicherungsprämie ist es jedem klar, dass stärkere und größere Autos mehr Abgaben leisten müssen, als ein Kleinwagen.
    Ebenso gibt es ein Waffengesetz, bei dem genau unterschieden wird, in welche Kategorie eine Waffe in Bezug auf Kaliber oder Länge der Klinge fällt. Nur bei Hunden spielt es anscheinend keine Rolle, was sie für ein Körpergewicht bzw. eine Körpergröße haben. Hunde wie Malteser, Shizu, … werden, ohne mit der Wimper zu zucken, in den gleichen Topf geworfen, wie ein Schäferhund…

    Mit unserer Hündin die Kurse und die Prüfung inklusive der alle 2 Jahre fälligen Auffrischung zu machen, wäre auch nicht gerade billig. Da ist die erhöhte Hundesteuer vermutlich günstiger. Und wozu sollte mir das auch nützen, denn wenn ich ihr beim Spaziergang das Kommando „Warten“ gebe, weil ein Auto kommt, wartet sie, bis ich „lauf“ sage. Das war mir von Anfang an wichtig und darum habe ich das so von klein auf mit ihr eingeübt, ohne Hundeschule.

    Und dann sind da, wie sie geschrieben haben, Leute wie meine Tante. Sie ist über 80, alleinstehend und hat einen kleinen Helfer (ca. 8 kg). Er sorgt dafür, dass sie regelmäßig an die frische Luft kommt, meldet ihr, wenn jemand klingelt oder das Telefon läutet und bitte nicht vergessen, er macht ihr viel Freude. Dass sie in dem Alter keine Prüfung mehr machen wird, sollte klar sein. Dass der Hund keine Bedrohung ist, erkennt jeder, der die 2 sieht.
    In solchen Fällen empfinde ich die im kommenden Jahr für sie und mich fällige Erhöhung der Hundesteuer als reine zusätzliche Einnahmequelle der Stadt Feldkirch, höchstens noch dann zu rechtfertigen, wenn die Mehreinnahmen (100,– € statt 56,– €) dem Tierschutzverband oder dem Tierheim zukommen würden.

    • Ich teile ihre Meinung. Sie schreiben: „Immer wenn irgendetwas mit einem Hund passiert, kommt der Aufschrei …“.

      Für die Feldkircher Hundeverordnung hat es nicht einmal einen „Vorfall“ gegeben, sondern „Beschwerden der Bevölkerung“ um die sich die Stadtpolizei wie bekannt „gekümmert“ hat (Entwurf Hundeverordnung etc.). Als Stadtvertreterin wollte ich in den zugrundeliegenden Akt der Stadtpolizei Einsicht nehmen, weil die „Beschwerden“ ja dokumentiert sein müssen, wurde mir die Einsicht schriftlich verweigert. Mir wäre es nicht um die Namen der Beschwerdeführer gegangen sondern darum, die Anzahl der Beschwerden und ihren Inhalt zu kennen. Ich frage mich heute noch, weshalb da Geheimniskrämerei notwendig war.

      So wie die Hundeabgabeverordnung derzeit gefasst ist, ist es jedenfalls – wie sie richtig anführen – kostengünstiger, die höhere Abgabe zu bezahlen. Ungerecht ist es allemal.

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