Soziale Lage ist kein Grund zum Feiern

Während die Stadt im Feldkirch-800-Fieber liegt, gibt es Not in Feldkirch.

 

Feldkirch feiert. Wie schön.

 

Die Wohnbevölkerung wächst weiterhin, letztes Jahr wurden bereits 36.417 Einwohner gezählt. Feiern wir also, dass Leben in Feldkirch durchaus gefragt ist. Und die  FeldkircherInnen leben auch länger: Die Anzahl der Über-70-Jährigen ist in den letzten 17 Jahren von rund 2.800 auf rund 4.200 gestiegen. Feiern wir also, dass die Lebenserwartung steigt. Der Trend zu reduzierten Haushaltsgrößen hält an: 2017 leben rund 1.000 Menschen mehr in Wohnungen mit ein bis zwei Personen als 2010. Feiern wir, dass viele Menschen das auch finanzieren können.
Keine Feierlaune kommt bei der Mindestsicherung auf: 2017 mussten über dreimal so viele Anträge gestellt werden wie noch im Jahr 2000. Der Anteil der Jungen, sprich unter 30-Jährigen, ist besonders stark gestiegen. Wie oft die Anträge abgelehnt wurden, ist öffentlich nicht bekannt. Ein weiterer Dämpfer der Feierstimmung: Bei einem Anstieg der Wohnungsanträge von 2015 auf 2017 um über 40% haben die Menschen gleichzeitig insgesamt um 15% weniger  Wohnbeihilfe im gleichen Zeitraum bekommen.  

Kein Grund zum Feiern sind auch das geringe Engagement der Stadtpolitik im sozialen/gemeinnützigen Wohnbau und das wenig erfolgreiche Leerstandsmanagement.

Und das sind, bei aller Feierlaune, mehr als ein paar Wermutstropfen, sondern schön traurige Fakten.  

 

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