Soziales, Armut

DIE IM DUNKELN SIEHT MAN NICHT

Wer fragt die Armen?

Die Feldkircher BürgerInnen sind zufrieden. Die im Dunkeln sieht man nicht.

 

Bürgerbeteiligung ist ein spannender Prozess. Feldkirch hat ein aufwändiges Programm gestartet, mit Werbemaßnahmen, Bürgerbeteiligung, Focusgruppen und vor allem einer schönen Studie zum Ist-Stand. 1400 ausgefüllte Fragebögen haben einen äußerst hohen Zufriedenheitsgrad der Bevölkerung ergeben. Der Bevölkerung? Natürlich wurden die verschickten 4000 Fragebögen an die Personen, welche die Gesamtheit der Bevölkerung abbilden sollen, versendet. Die Auswahl der Adressen erfolgte nach Geschlecht, Alter, Staatsangehörigkeit und Wohnort. Nach diesen Merkmalen wurde auch ausgewertet. Die Studie ist seriös und gibt nun der Politik die Möglichkeit, sich auf die Schulter zu klopfen: Die Bevölkerung ist höchst erfreut über ihre Stadt(politik).
Die Bevölkerung? Ich stelle die Behauptung auf, dass mit höherem Einkommen und Vermögen auch die Zufriedenheit mit der Stadt(politik) steigt. Und ich behaupte weiters, dass die von Armut betroffenen oder gefährdeten Personen in geringerem Maß oder gar nicht am Ausfüllen der Fragebögen teilgenommen haben. Armut führt bei uns nicht zu Revolution sondern zu Rückzug und  Resignation. Leider wurden die Lebensumstände der Befragten nicht erfasst, so dass meine Behauptungen unwidersprochen im Raum stehen bleiben. Aber vielleicht entwickelt sich da noch was. 

 

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